eine Seite der logo header
Drucken

Merkatz-Kolumne NÖN – 1192 vs 1194 (Kolumnen-Start)

Das ist das zweite Mal, dass ich Kolumnist sein darf. Meine ersten diesbezüglichen Versuche unternahm ich 1957 im Kommunisten-Blatt für den Sportteil. 

Apropos. Als Kind war es mein Lieblingssport auf die Stadtmauer zu klettern, wofür ich die eine oder andere „Watschn“ kassiert habe. Viel später, als rund um die 800-Jahr-Feier 1994 diskutiert wurde, ob Wiener Neustadt 1192 oder 1194 gegründet wurde, habe ich mich oft daran erinnert. Mir war es ja egal, wann diese Mauer gebaut wurde. Man hat sich übrigens mittlerweile auf 1192 als Gründungsjahr geeinigt. 

 

Erinnerungen an meine Jugend sind mir später ganz oft gekommen. So auch beim „Bockerer“. Wenn ich an die NS-Zeit denke, ist es eine der schärfsten Erinnerungen. Am Domplatz war das Heim der Hitlerjungen. Als der Fähnleinführer mich einmal mit meinem Freund Rudl sah, schrie er: Du musst zum Heimabend kommen! Rudl und ich liefen nach Hause. Doch sie marschierten vor unserem Haus auf und der Fähnleinführer rief: Wenn du nicht zum Heimabend kommst, holen wir deinen Vater ins KZ! Kurze Zeit ging ich zum Heimabend, aber als die Bomben fielen, wurden die Schulen evakuiert, und so hatte ich keinen Heimabend mehr. 

Heuer gibt es das Jubiläumsjahr „20 Vierzehn“ mit all seinen Geburtstagen, Gedenken und Jubiläen. Ich wurde gebeten, so etwas wie der „Pate“ zu sein. Ich habe gerne zugesagt. Diese Stadt und ihre Menschen, Künstler, Maler oder Schriftsteller haben mir viel gegeben, weshalb es mir eine große Ehre ist, „allzeit bereit“ zu sein.  

Euer
Karl Merkatz