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Merkatz-Kolumne NÖN – 220 Jahre Stadttheater

Eigentlich unglaublich, ich habe 1952 mit 22 Jahren begonnen, in Zürich Schauspielunterricht zu nehmen - und das Wiener Neustädter Stadttheater wird heuer 220 Jahre alt. Es ist damit eines der ältesten Theater im deutschen Sprachraum. Das Theater in der Josefstadt in Wien zum Beispiel ist nur um 6 Jahre älter, das altehrwürdige Burgtheater an seinem heutigen Standort sowieso um vieles später gegründet.

 

Unser Stadttheater war früher eine Klosterkirche der Karmelitinnen. Der Grundstein für den schmalen zweigeschossigen Bau wurde 1668 gelegt. Kloster wie Kirche wurde unter Josef II. profaniert, die Kirche zu einem Theater umgebaut. Das Stadttheater wurde im Jahre 1794 eröffnet und bietet Platz für 624 Personen.

Bei mir ging es natürlich viel kleiner los. Mit meinen beiden Freunden Kurt und Fred begann ich im Keller der Vorstadtkirche ein Kellertheater einzurichten. Es sprach sich sehr schnell herum, unser abwechslungsreiches Programm im Kellertheater zu besuchen. Die Pfadfinder von Neustadt hatten eine Laienbühne eingerichtet und spielten auf einer richtigen Bühne und ebenfalls mit Erfolg. So kam Kurat Nittmann zu uns und lud uns ein bei den Pfadfindern mitzuspielen. Wir haben es getan und unser erstes Stück war „Omar“. Das war 1947.

Unsere ersten Bühnen gibt es lange nicht mehr. Da ist heute ein Café. Das Stadttheater aber solltet ihr besuchen. Wenn schon nicht zu einer Aufführung, dann im Oktober, wenn es anlässlich des Jubiläums die Möglichkeit gibt, hinter die Kulissen zu schauen. 

Euer
Karl Merkatz