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Merkatz-Kolumne NÖN – 20 Jahre Falco-Konzert  

1937 erlebte ich mein erstes großes Spektakel auf dem Domplatz - den Fronleichnamsumzug. Unzählige Menschen füllten den Platz. Ich war eines der Kinder, die vor dem Zug die Blumen streuten. Vor uns eine Kompanie des Bürgerkorps mit ihren Bärenfellmützen. Plötzlich ein Schrei, die Bärenfellmänner rissen etwas in die Höhe und es donnerte über den Platz und unsere Kinderköpfe. Wir Kinder rannten voller Angst zu unseren Eltern und versteckten uns bei ihnen. 

 

Jahre später donnerte es wieder über den Domplatz. Dieses Mal aber aus einem viel tragischerem Grund. Ein Kanonenschuss riss ein Loch in den rechten Turm des Domes. Wir Kinder von damals saßen jetzt im Luftschutzkeller und fürchteten uns ebenfalls.  

Gar nicht zum Fürchten war dann das dritte große Donnern über dem Domplatz, an das ich mich erinnern kann. Es war ein Klanggewitter, das Falco, Österreichs einziger Popstar von Weltruhm, gemeinsam mit seiner Band und dem Orchester des Hauer-Konservatoriums unter der Leitung von Raoul Herget, am 12. Mai 1994 veranstaltete. Es blieb das einzige symphonische Konzert Falcos und hat deshalb heute Kultcharakter. 

Falco verstarb dann ja viel zu Früh am 6. Februar 1998 in der Domikanischen Republik. Ich selbst stand übrigens vor 10 Jahren in jenem Ressort „Villa Montanello“ vor der Kamera, in dem das Unglück mit Falco passierte. 

Als geborener Wiener Neustädter bin ich dem damaligen Bürgermeister Peter Wittmann und Raoul Herget so wie allen anderen, die zum Gelingen des Falco-Konzertes beigetragen nach wie vor sehr dankbar für dieses kulturelle Highlight in unserer Stadt!  

Euer
Karl Merkatz