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„Wo Thaliastraße“, gab’s nur im Kabarett. Oder? Ausstellung „Gast oder ArbeiterIn“

 Lukas Resetarits hält mit diesem Sketch uns Österreichern, und natürlich sich selbst, einen Spiegel vor. Das Stück handelt von unserem persönlichen Umgang und unserer Kommunikation mit Gastarbeitern. Aber es ist ein Stück, das das Leben schrieb.

Es ist mittlerweile ein halbes Jahrhundert her, dass die Republik Österreich für Österreich warb. Nein, oh nein, nicht für Österreich als Urlaubsland warb, sondern für Österreich als Land, das Arbeit gab. Aktiv um Gastarbeiter geworben wurde in der Türkei und im ehemaligen Jugoslawien.

In diesen 50 Jahren wurde aus Entfernung Nähe. Das Referat "Vielfalt und Zusammenleben" der MA 7 und das Industrieviertelmuseum nahmen diesen „50er“  zum Anlass, eine Ausstellung zu gestalten, die aus Wiener Neustädter Sicht Gastarbeiter-Biografien nachzeichnet und so einen wichtigen Teil der jüngsten Stadtgeschichte beleuchtet. Sich physisch zusammensetzen, sich inhaltlich auseinandersetzen, gemeinsame Ziele setzen. Gemeinsam ist und bleibt die Devise. 

Stadträtin Margarete Sitz nahm die Begrüßung der Gäste vor, die von Mitke Sarlandziev und Hannes Laszakovits auf eine musikalische Reise in die "Heimatländer" der Gastarbeiter/innen mitgenommen wurden.

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Ein Mythenbeseitiger war an diesem Tag Gemeinderat Michael Rosecker – er räumte nämlich in seinem Vortrag mit einigen von diesen strapazierten "Mythen" auf: „Österreich war schon seit jeher ein Einwanderungsland, wo Zu- und Abzug wesentliche Einflüsse auf die Entwicklung des Landes und im Speziellen auch von Wiener Neustadt hatte.“ Rosecker spannte den Bogen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Sein höchst informativer Vortrag fand mit einem Interview mit Mehmet Elitas eine wirklich persönliche Note. Herr Elitas präsentierte seine Biografie „seit seinem Ankommen 1972“ in Wiener Neustadt, damals noch nicht, später schon, in seinem Wiener Neustadt. Eine sehr bewegende Präsentation. 

Bürgermeister Müller unterstrich in seinen Eröffnungsworten die Ausführungen von Michael Rosecker und sorgte bei den zahlreich erschienenen Vertreter/innen der Migrantenvereine für einiges Schmunzeln, als er sagte, dass er, Mehmet Elitas, länger als er selber - mit Geburtsjahr 1973 - in Wiener Neustadt wohnt.

Müller verschloss in seiner Rede nicht die Augen vor den Problemen, die das tägliche Zusammenleben, den Alltag  von verschiedenen Personen aus verschiedenen Kulturkreisen bedeutet, führte aber an, dass die Zuwanderer ein wichtiger Bestandteil Wiener Neustadts geworden sind.

Und Michael Rosecker brachte es auf den Punkt: "Es kamen nicht Arbeiter/innen, sondern Menschen."

Und in Wiener Neustadt nicht nur Arbeitgeber, sondern Menschen.

Die Ausstellung ist im Stadtmuseum bis 1. Februar 2015 geöffnet und kann zu folgenden Zeiten besucht werden: Mittwoch, Freitag, Samstag – jeweils 10:00 bis 16.00 Uhr und an Donnerstagen von 10.00 bis 20.00 Uhr. 

 


„Schau einfach freundlich wie immer. Danke!“

 

Ein dankbares Motiv ist sie. Sie hat keine Schokoladenseite, alle Seiten sind vor- und herzeigbar, interessant und liebevoll. Sie hat feine Wesenszüge und einladende …. richtig, einladende Straßenzüge. Die Rede von ihr, von unserer Wiener Neustadt. Selbst in schwarz-weiß ist sie bunt.

Im Rahmen des Fotowettbewerbs „Mein Wiener Neustadt“ wurde vor kurzem die dazugehörige Ausstellung in der Galerie im Neuen Rathaus eröffnet.

Aus nah und fern kamen die Beiträge. Fototechnisch gesehen, denn aus Nahaufnahmen und Weitwinkelfotografien wurde die Ausstellung zusammengestellt. 

Für diesen Fotowettbewerb waren die Wiener Neustädterinnen und Wiener Neustädter aufgerufen, ihr ganz persönliches Wiener Neustadt subjektiv mit dem Objektiv festzuhalten. Die Bewohner dieser Stadt halten schon immer ihrer Stadt die Treue, halten an ihr fest, nun halten sie ihre Stadt via Foto fest. Fotografisch umschlungen.

Eine Fachjury bestehend aus den Profis der Linsen namens Günter Tschank, Marcel Billaudet und Franz Baldauf wählte aus einer großen Anzahl an Einsendungen vierzig Bilder für die Ausstellung aus. Gut waren sie alle. Schade, dass am Podest nur Platz für drei ist. Nach langen Beratungen kürte die Jury die drei besten Bilder aber doch einstimmig.

 Als Preis gab es neben der gerahmten Version des "eigenen" Siegerbildes für die Gewinner/innen einen Theatergutschein und ein Foto-Coaching mit einem der drei Juroren.

Platz eins ging an Birgit und Robert Scharinger  für ihr Werk – „Eine Morgenstimmung mit dem Wasserturm im Mittelpunkt.“ Den zweiten Platz errang Nina Wagner mit der Fotografie „Schwarz-Weiß-Impression der Kuckucksuhr.“ Das Podest wird mit dem Motiv „Spiegelung des Rathauses“ von Irmgard Schneider komplettiert. Die Eröffnung der Ausstellung sowie die Siegerehrung wurden von Bürgermeister Müller vorgenommen.

Die KME dankt allen Teilnehmer/innen für ihr künstlerisches Tun für ihre Stadt, übermittelt hiermit nochmals Glückwünsche an die Gewinner/innen.

Das ist wirklich gangbar

"Urgestein" Georg „Schurl“ Habitsch stellte so viele Fotos für den Wettbewerb zur Verfügung, das ein eigener Gang im dritten Stock des Neuen Rathauses mit seinen Bildern dekoriert ist. Die Ausstellung kann zu folgenden Öffnungszeiten im Neuen Rathaus besichtigt werden: Montag bis Donnerstag von 8-12 und 13-16 Uhr sowie an Freitagen von 8-12 Uhr, freier Eintritt. Noch zu betrachten und zu bewundern bis 9.Jänner.2015.

Und gar nicht subjektiv gesagt: Was da mit dem Objektiv geschaffen wurde: Wirklich sehenswert. Gratulation!

 

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Eine Geschichte über einen Gesichtererzähler

 

 Eine Geschichte über einen Gesichtererzähler. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Baldaufs noch mehr.

Bei einem Bild kommt es auf die Auflösung an. Und auf den Auslöser. Fingerdruck und Eindruck. Auf das Licht. Auf die Belichtung und ihre Zeit. Auf die Richtung. Auf das Motiv. Manchmal auf das Stativ. Auf statisch oder bewegt. Bewegend auf jeden Fall.

Viele Fotografen haben große Kenntnisse der Fotografier-Kunst, manche wenige, ganz wenige alle: Einer mit den allen ist Franz Baldauf.

Seine Ausstellung „Gesichtererzähler“, die am 5. November höchstprominent und höchstbesucht eröffnet wurde, geht sicherlich in die Gesichte ein. Fast jedem Gesichte der Besucher war die Begeisterung über dieses wunderbare Kunstformat anzusehen. Baldauf schreibt mit der Linse, zeichnet mit dem Objektiv. Fein und eindringlich, nie aufdringlich – eher durchdringend und gleichsam einfühlsam. Als Belichtungsmesser muss ihm die Seele dienen. Und den Moment des Abdrückens bestimmt der Herzschlag.

Franz Baldaufs Lacher ist ansteckend, motiviert, mitzulachen. Seine Bilder sind ansteckend, motivieren mit- und nachzudenken. Es gibt Geschichtenerzähler, es gibt Baldauf, den Gesichtererzähler. Es gibt „Gschichtldrucker“, es gibt Baldauf, der, wenn er auf den Auslöser „druckt“, ein „Gsichtldrucker“ wird.

Seine Ausstellung läuft noch bis 23. November in St. Peter an der Sperr. Sie sperrt alle Sinne auf. Bitte nicht versäumen!

Darüber kann man noch seinen Enkelkindern eine Gesichte erzählen.  

 

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100 Jahre Kriegsspital. Von der k.u.k. Zeit in die gesunde Zeit.

 

Die Ausstellung „100 Jahre Kriegsspital – Döttelbachsiedlung“ bringt den Besuchern diesen Stadtteil näher, sie ist aber viel mehr als eine bloße Darstellung historisch bebilderter Daten. Man spürt förmlich, dass da mehr ist. Persönliches wird da vermittelt.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Errichtung des k.u.k. Kriegsspitals über die NS-Schreckenszeit mit den darauffolgenden Bombardements bis hin zum Wiederaufbau. Mit anderen Worten von der I. Republik, bis zu den Diktaturen von Austrofaschismus, Nationalsozialismus, II. Weltkrieg und der Wiederaufbauzeit in der II. Republik.

Der Eröffnung, die in der Herta-Firnberg-Schule stattfand, wohnten über 200 Gäste bei, darunter Bürgermeister Bernhard Müller, der auch die Festrede hielt, und Kulturstadträtin Isabella Siedl. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Arbeitersängerbund (ASB) Stadtchor Wiener Neustadt.

 

Persönliche Bilddokumente, einfühlsame Wissensvermittlung, aber es geht noch persönlicher – und damit unter die Haut: Besonderen Beifall fand nämlich ein fein geführtes, äußerst aufschlussreiches Interview des Wissenschaftlichen Leiters des Industrieviertelmuseums, Mag. Anton Faber, mit Frau Ollram, einer hoch betagten, aber noch sehr rüstigen „Kriegsspitalerin“, die historisch äußerst wertvolle Begebenheiten aus dem Alltag der damaligen Barackenarbeitersiedlung zu berichten wusste. Dabei ging es auch und gab es auch. Dabei ging es auch um „wenig haben und damit zufrieden sein“, um Zusammenhalt und Freundschaft. Das gab Fau Ollram mit.

Frau Ollram gestaltete auch gemeinsam mit Stadtmuseumsleiterin Eveline Klein die dazugehörige Ausstellung mit.

Diese Kultur- und Lebensvermittlung kann man noch bis nächstes Jahr erleben – die Ausstellung ist bis 27. März im Industrieviertelmuseum geöffnet.

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Hans Barwitzius – unter den Großen einer der Größten

 

 Hans Barwitzius – unter den Großen einer der Größten

 

Bürgermeister Hans Barwitzius war sowohl als Politiker als auch als Privatmann eine beeindruckende Persönlichkeit. Ein Visionär, der mit beiden Beinen im Leben stand.

Er war Ideengeber, Lebensverschönerer, Kulturbringer und Umsetzer dieser Vorhaben. Und dies zu Beginn auf den sehr wackeligen Brettern, die das wahre Leben bedeuteten – unsere Wiener Neustadt in den Nachkriegsjahren.

Freunde, Bekannte, Wegbegleiter aus nah und (wirklich) fern gedachten und ehrten einen der größten Politiker unserer Stadt im Rahmen eines schönen Festes.

Am 4. Dezember hätte Hans Barwitzius seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem und vielen anderen Gründen des Dankes wurde für den „Jahrhundertbürgermeister“ im Stadttheater eine Feier abgehalten.

Eindrucksvolle Taten – nun auch auf bedruckten Seiten.

Das Buch über Hans Barwitzius wurde von Bürgermeister Bernard Müller, Pressechef Rainer Spenger und Mag.a Claudia Altmann-Pospischek herausgegeben. Ein beeindruckendes Werk über einen beeindruckenden Menschen, der für Menschen „seiner“ Stadt nahezu unglaubliche Leistungen vollbrachte.

Persönliche Eindrücke über den Menschen Barwitzius finden sich im Buch ebenso wie informativ sachliche Protokollauszüge, Schmankerln des politischen Lebens und Seins bescheren noch die richtige Würze.

Dass Barwitzius auch über die Parteigrenzen hinweg hoch geschätzt wurde, zeigten die Ansprachen der Politiker anderer Couleurs. Respekt und Ehre, wem sie gebühren. Hans Barwitzius ohne jeden Zweifel.