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Kaiserliche Spurensuche, genau gesagt auf Friedrichs und Maximilians Spuren

Kaiserliche Spurensuche, genau gesagt auf Friedrichs und Maximilians Spuren

 

Und wieder ein höchst informativer und unterhaltsamer stadtgeschichtlicher Spaziergang. Diese wunderbare Art, die Stadt und ihre Geschichte im Gehen zu erleben, etabliert sich zusehends zu einer wirklich feinen Art der geschichtlichen Wissensvermittlung.

 

Diesmal startete der Geschichtsausflug beim Stadtmuseum Wiener Neustadt. Die  Kustodin Ingrid Riegler begab sich mit der interessierten Gruppe auf die historischen Spuren von Kaiser Friedrich III. und seinem Sohn Maximilian I. Ab dem Zeitpunkt der  Krönung Friedrichs im Jahr 1452 bis zu seinem Tod 1493 war Wiener Neustadt die offizielle Residenz des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches.

 

Zahlreiche Bauten dieser Zeit unterstreichen die Bedeutung der Stadt und setzten ein deutliches Signal nach außen. Als bedeutendstes Baudenkmal der Zeit Friedrichs gilt die Georgskirche mit der berühmten Wappenwand. Um das Ansehen der Stadt noch weiter zu steigern, ließ Kaiser Friedrich III. Wiener Neustadt zum Bischofssitz erheben.

 

Diesen Spuren folgend führte die Fußgänger-Reise auch über den Dom bis zum Neukloster. Die Entdeckungsreise, die Reise „Starke Zukunft mit starker Vergangenheit“ beeindruckte wieder mit feinem Detailwissen der wissenschaftlichen Begleiterin der Gruppe. Sie zeichnete den Aufschwung als kaiserliche Residenz im 15. Jahrhundert nach und erzählte über die großen Ereignisse genauso wie über kleine, aber feine, eher unbekannte, dafür aber umso interessantere Fakten.  

Stadtgeschichtliche Spaziergänge - ein gangbarer Weg, Geschichte zu erleben.

 

 

 

 


Anton Ofenböck. In Bildern einer Ausstellung Bilder einer Einstellung

Eine kleine, aber sehr feine Ausstellung zeigt sehr beeindruckende Fotos und Dokumente aus dem Leben des Vollblutpolitikers Anton Ofenböck. Diese  Ausstellung zeigt starke Bilder des großen Bürgermeisters. Das stärkste Bild von ihm ist nicht ausgestellt. Aber bis heute zu sehen, zu spüren. Das Vorbild Anton Ofenböck. Vorbilder sieht man auch nicht. Sie wirken.

Am 12. November 1918 wurde auch auf dem Wiener Neustädter Hauptplatz vor rund 20.000 Bürgern von Bürgermeister Viktor Praschek und den Vizebürgermeistern Anton Ofenböck und Rudolf Beier die Republik Österreich ausgerufen. 17 Tage später wurde Anton Ofenböck zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt.

Ofenböck war ein äußerst zielstrebiger und durchaus hartnäckiger Politiker, der sich für die Arbeitenden und Unterdrückten einsetzte. Dafür wurde er auch vom politischen Gegner geschätzt, genauso wie für seine seiner hohe Gesprächsbereitschaft. Bürgermeister Ofenböck hatte seinen Bürgerinnen und Bürgern in diesen bitteren Hungerszeiten nicht viel in die Teller zu legen – außer Hoffnung und Zuversicht.

Im Rahmen der Veranstaltung „Anton Ofenböck. Bürgermeister der Arbeitenden und Unterdrückten“ in der Stadtbücherei Wiener Neustadt fand sich am 8. September eine größere interessierte Schar an Gästen ein.

Der Leiter der Stadtbücherei Robert Mech konnte auch zahlreiche Ehrengäste wie zum Beispiel  Bürgermeisterin a.D. Traude Dierdorf oder den Magistratsdirektor DDr. Gerhard Stickler und Bürgermeister Bernhard Müller begrüßen.

Die Expertin vom Stadtarchiv, Frau Magister Sabine Schmitner, brachte eine  umfassende Darstellung des politischen Wirkens von Anton Ofenböck. Sie spannte den Bogen seines politischen Wirkens vom Anfang bis zum Ende und gab detaillierte Einblicke in die damalige Zeit mit ihren ganz speziellen sozialen Rahmenbedingungen, unter denen Ofenböck wirkte.

 

Sein Werk war natürlich vom Kampf gegen den Hunger der Nachkriegszeit und den damit zusammenhängenden Problemen geprägt. Er trat vehement gegen soziale Ungerechtigkeit ein und auf. Aber auch dem sozialen Wohnbau galt seine Tatkraft. Hier sei nur der Pernerstorfer Hof oder die Wiener Neustädter Stadtbücherei als innovative Einrichtung dieser Zeit genannt.

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Bürgermeister Bernhard Müller legte in seine Worte den Respekt gegenüber einem großen und wahren Vorbild. Ein Blick zurück in die Zeit Ofenböcks heißt aber auch in die Gegenwart zu sehen, sehen zu müssen. Denn viele Entwicklungen seiner Zeit sind auch heute leider wieder in zunehmendem Maß spürbar wie beispielsweise Armut, Hunger oder Wohnungsmieten.

 

Dieser Blick zurück kann uns helfen, voraus zu sehen und dementsprechend zu handeln. Er kann und soll auch als Mahnung dienen, dass man unsozialen Zuständen und den daraus resultierenden Folgen so früh wie nur möglich begegnen und die richtigen Antworten parat haben muss. Nur wer aus dem Gestern gelernt hat, kann das Heute ändern damit wir für das Übermorgen gewappnet sind. Projekte wie die "Kinderzukunft" sind hier ein wichtiger und richtiger Ansatz. Auch wirklich Großes beginnt mit dem ersten Schritt.

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Ein Innenhof in Bewegung – Jazztage im Stadttheater

Ein Innenhof in Bewegung – Jazztage im Stadttheater

Zwei Tage lang hielt King Jazz Hof im Innenhof des Stadttheaters. Der routinierte Innenhof in Sachen Kultur hatte diesmal internationale und nationale Gäste. Der Innenhof ist klein. Die Musiker sind Größen.

Am 20. Juni, also am Eröffnungstag, spielten die Musiker groß auf – das Wetter leider nicht mit. Der Taktstock gab den Einsatz, auf den leider auch das Wetter reagierte. Statt musikalischem Genuss kam ein Regenguss. Die Veranstalter, flexibel wie immer, verlegten den musikalischen Top Event kurzer Basshand in das Stadttheater.

Dort spielten die New Yorker Formation Grupo Los Santos, die fantastischen Little Big Horns und Karl Hodina mit Sigi Finkel und Vlado Blum mehr als groß, also großartig auf. Musik für Leib und Seele. Kein Widerspruch: Höchster Tiefgang.

Am zweiten Tag entschuldigte sich das Wetter mit komfortablen Temperaturen und Sonnenschein. Angenommen.

Die Gerald Gradwohl Group unter Bandleader Gerald Gradwohl steigerte noch diese Temperaturen, drehte den Heizungsschalter mit seinen Gigs noch eine Tick nach oben. Er heizte dem Publikum wirklich ein.

Der Svenska Schriftsteller Hakan Nesser schrieb einen Roman mit dem Namen „Kim Novak badete nie im See Genezareth“ – Al Cook war nie in den USA. Das sagte er einige Tage zuvor in einem Ö1 Interview. Wann und wo der Meister Cook war oder nicht, zählt gleich Null. Wenn Al auf der Bühne tut, man die Augen dabei schließt, fühlt man sich im tiefsten Bluesland der Welt. Wo immer das auch sein mag. Auch dort, wo Al Cook spielt. Bravo Al Cook – und Raoul Herget.

Spitzen Decken sind uns bekannt. Spitzen Musik auch. Nun auch, dass beides aus Brüssel kommt. Die letzte Gruppe der Jazztage Big Noise reiste aus Belgien an. Der Sound, der Stimmung brachte und damit auch eine längere Nacht machte, war wirklich ein feiner Schluss dieses Jazzreigens.

Dank und Freude. Danke für diese wunderbaren Stunden verbunden mit der Vorfreude auf 2015.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Stadtgeschichtliche Spaziergänge "Gymelsdorfer Vorstadt"

Stadtgeschichtliche Spaziergänge "Gymelsdorfer Vorstadt"

Statt geschichtlicher Vorträge – Stadt-geschichtliche Vorgänge und Zugänge

 

Vorgegangen ist Frau Magistra Sabine Schmidtner vom Neustädter Stadtarchiv und hat neue Zugänge zur Geschichte Wiener Neustadts geöffnet. Die stadtgeschichtlichen Spaziergänge sind nämlich kein schlichter Vortrag, keine trockenen Wissensvermittlungen. Geschichte ergehen, in der Bewegung erleben. Im Vorwärtsgehen zurückblicken. Nicht learning by doing, vielmehr learning by walking.

Im Rahmen dieser „Stadtgeschichtlichen Spaziergänge“ begab sich eine Gruppe unter der Leitung von Sabine Schmitner auf Erlebniswandel. Es ging diesmal beim Stadtarchiv los und die Entdeckungsreise führte in die Gymelsdorfer Vorstadt.

Der Stadtbezirk, dessen erstmalige Erwähnung sich heuer zum 800. Mal jährt, birgt so manches Kleinod. Ausgehend vom Wasserturm, der von den Architekten Theiß und Jaksch in den Jahren 1909/10 errichtet wurde, spazierte die geschichtsinteressierte Gruppe durch die Rebengasse, die an die nicht mehr existenten Rebanlagen erinnert. Weiter ging es die Stadlgasse – dort zeugt der Stadlhof davon, dass in diesem Bereich viele Holzbauten und Scheunen standen. Traurige Vergangenheitsstücke, denn dort nahm auch der große Stadtbrand 1834 seinen Ausgang mit schrecklichem Ende - ein Fresko gedenkt diesem tragischen Ereignis.

Der heutige Merkur-Supermarkt steht an jener Stelle, wo sich früher eine Markthalle und später der Konsum befanden. Dies ist auch der Platz, wo einst der Herbstfestplatz war. Expertin Schmitner zeigte dazu einige Fotos, die so manchem Gast ein „Ach, ja“ oder „Genau, so sah es damals aus“ hervorlockten.

Den weitesten Punkt des Rundgangs erreichte die Gruppe im ehemaligen Schlachthof, der heute zahlreichen Firmen und sozialen Einrichtungen Heimatgeber ist. Magistra Schmitner referierte auch über das Entstehen der modernen Wasserversorgung in Wiener Neustadt.

Auf dem Rückweg zum Wasserturm machte die Gruppe ein letztes Mal Halt und zwar beim Liesganig-Stein, nomen est omen, der einen „Meilenstein“ in der Landvermessung bedeutete und zu Zeiten Maria Theresias auch die Neunkirchner Allee begründete.

Fazit: Ein sehr aufschlussreicher Nachmittag, der mit hervorragendem Wissenstransfer und zahlreichen Anekdoten über die Gymelsdorfer Vorstand die höchste Punktezahl im Fach „Geschichte hautnah erleben“ erhielt und somit Gusto auf mehr davon macht. Eine Einladung an alle, mehr mit offenen Augen durch Wiener Neustadt zu gehen. Es gibt immer Altes und Neues zu entdecken. Ohne das eine gäbe es das andere nicht

Das „Was war davor?“, wird bei diesen Spaziergängen exzellent beantwortet.

       


Auch Einhörner beflügeln. Swing im Einhorn.

 

Auch Einhörner beflügeln. Swing im Einhorn.

Wenn man das S vom Wort Swing vorne wegnimmt und hinten anhängt, wird es zu Wings. Der Auftakt zu den Wiener Neustädtern im ewigen Szenelokal Einhorn war mehr als gelungen. Die Musik verlieh den Gästen Flügeln, die sie zu Höhen brachten, in diesen Höhen konnte man schweben und schwelgen. Und nicht nur weil Michaela Rabitsch Flügelhorn spielte.

Das Michaela Rabitsch & Robert Pawlik Quartett bot Jazz der Sonderklasse. Die einzelnen Stücke erzählten von ihren Reisen u.a. nach Kuba, Marokko oder Serbien – und waren natürlich von diesen Ländern, Menschen und Kulturen beeinflusst. Ein Fluss an Klängen und Gefühlen – als wäre man als Zuhörer selbst dort gewesen.

Michaela Rabitsch ist Sängerin, Komponistin und einzige Top-Jazztrompeterin Österreichs, Partner Robert Pawlik ist famoser Gitarrist, gemeinsam präsentierten sie tollen Jazz, starke Harmonien und groovende Rhythmen.

Auf der Bühne:

Michaela Rabitsch – Gesang, Trompete, Flügelhorn

Robert Pawlik – Gitarre

Joe Abentung – Kontrabass

Dusan Novakov – Schlagzeug

 

Vis a vis - im Publikum:

Prof.Franz Pinczolist – ehemaliger Kulturchef der Stadt

Prof. Raoul Herget – musikalischer Zeitgeist

Lisa Bäck – Bildende Künstlerin

Susanne Ball – Schmuckkünstlerin

Giorgos Micholos – Griechen Küchen Künstler (und wegen der Pegasus Flügeln)

Prim. Robert Pavelka – kunstsinniger Primar i. R. (und fast Namensvetter des Gitarristen)

Odilo Seisser – Meinungsforscher (hatte eine tolle Meinung vom Abend)

Und viele, viele Kunstfreunde mehr.

Dank der ewig herzerfrischenden Ernestine Dietl – unser aller Einhorn Chefin.