eine Seite der logo header

News

Swing in der Burg. Der schönste Schlachtruf: „Zu den Instrumenten!“

Swing in der Burg

Swing in der Burg. Der schönste Schlachtruf: „Zu den Instrumenten!“

Notenabwehr, Dur-Angriff, Moll-Zangenbewegung, Fis-Taktik, Nachtübung – all das waren wunderbare Elemente in der alles anderen als feindlichen Auseinandersetzung am 18. Juni in der Theresianischen Militärakademie.

Bereits zum zweiten Mal wurde das Big Band Battle im ehrwürdigen Innenhof der Akademie ausgetragen. So wie letztes Jahr standen auch heuer die hohen Meister der feinen Klänge, nämlich die Crazy Hauer Big Band und die Militärmusik Niederösterreich Instrument bei Fuß gegenüber. Eigentlich ein Oxymoron: Im Wettstreit freundlich gegenüber.

Eingeleitet wurde der Wettstreit von den wunderbaren Musikern des Jugendjazzorchesters Niederösterreich. Sie gaben den musikalischen Anstoß – gleich mit ihrer ersten Nummer: „Der Stein des Anstoßes“.

Es war so viel Gutes für die Ohren wahrzunehmen, aufzunehmen, mitzunehmen. Aber auch für die Augen gab es viel zu staunen: Die Lichtinstallationen der HTL Wiener Neustadt beeindruckten in hohem Maße.

Ungewohnt und daher mit Seltenheitswert. Ein selten feiner und zarter Ton bezauberte in dieser militärischen Umgebung: Natasha Macheiner moderierte wie immer sehr exquisit.

Voriges Jahr konnte sich die Militärmusik Niederösterreich mit gelungenem Spiel gegenüber der Crazy Hauer Big Band durchsetzen. Die Jury war auch heuer wieder größtmöglich angelegt – das gesamte Publikum nämlich stellte die Jury dar. Per Akklamation wurde der Bessere ermittelt. Unter gleich guten besser sein, ist ein schwieriges Unterfangen. Gefühl, persönliche Vorlieben dürften die Entscheidung pro Crazy Hauer Big Band gegeben haben. Gratulation der „Heimmannschaft“.

Apropos, an diesem Abend siegte bei der Fußball WM Niederlande gegen Australien, Chile gegen Spanien und Kroatien gegen Kamerun. Auch beim Fußballsport geht es darum, einzelne Könner, Solisten zu einer Einheit zu formen.

Beim Big Band Battle geht es darum, worum es bei Musik geht: Um Ausgleich, um Verständnis, um Brücken, um grenzüberschreitende Aufgaben, um Verbindungen herzustellen, um …..

 

Wenn Literatur auf Tour geht, dann ist es Kultour.

Kulturlinie 2

Wenn Literatur auf Tour geht, dann ist es Kultour. Und Literatour.

Literatour war mit der Kultourlinie wieder unterwegs. Am 6. Juni startete die Kulturlinie zu ihrer zweiten literarischen Reise durch Wiener Neustadt. Diesmal in die vier anderen Stadtviertel. Erster Halt war vor dem Gymnasium in der Zehnergasse. Die Schule mit gesunden und zukunftsweisenden Zweigen: Sportzweig, Wirtschaftszweig. Stefan Zweig. Die Trilogie des Freitags.

Keine Schachnovelle, aber nahe dran. Nicht Stefan Zweig, aber ein neuer, ein anderer starker Ast in und der Literatur, Äste der blühenden Gedanken und Gefühle: Aus der Schreibwerkstatt trugen vor: Daniela Griesmayer, Katja Hendling, Rainer Krobath und Raphael Fink. Da ging es über die komplizierte Männerfigur Sedlak, über das „Nicht Idioten sein“, über ein Kindermädchen, das mit Nero, also mit „Kinderbrandwünschen“ umgehen musste und über einen Irlandreiseführer, dessen Herausgeber weder Falk noch Dumont sind. Sondern Feeling.

Die Interpretinnen der Comedienbande Wiener Neustadt erweckten mit den Texten von Helga Pankratz mehr als nur Erinnerungen an die heuer verstorbene Wiener Neustädterin Autorin. Sie lebten Pankratz’s Texte. Von und über Novak, von Sein und verkommen sein.

Annemarie Moser gab der literarischen Tournee ihre Ehre – es war eine echte Ehre. Bei ihrem Text „Bei uns wird nicht geschossen“, wurde nur mit Pointen geschossen. Ein glatter humoristischer Durchschuss. Durch Mark, Magen und Bein. Lächelnd verblutet.

Bei der Kultourreise änderten sich nur die Stationen, nicht die Güte an literarischem Vortrag.

Im Bauer-Theussl Park sprach Dani Griesmayer mit „Woher hast du die Liebe genommen?“ – nicht nur zwei Tage vor Vatertag an Tränen nagend. Die schreibende Gilde Hendling, Krobath und Fink taten es ihr gleich. Sie bohrten in den Köpfen der Zuhörer, der Zuseher, der Zusammenseienden in Geist und Seele. „Geschiedener Vater und Scheidungstochter an Wochenenden“ – da muss man sich schon anhalten.. …

Moser Annemarie entwürzte, nahm mit „Strumpfhosen-Texten“ Schärfe aus Themen, brachte Publikum, Veranstalter – und sich selbst zum Schmunzeln. Grandios.

Und die Bande der Comedy hatte mit ihrer Grande Dame eine Besonderheit im Sinne von Fortsetzungsgeschichte parat. Regisseurin Leitner begann mit einer „7 Zwerge hinter den 7 Bergen Geschichte“ und meinte, dass sie diese Geschichte bei der nächsten Station am Flugfeld fortsetzen werde. Gelungen.

Am Flugfeld wurde kurioserweise, aber zufälliger Art über Flugangst vorgetragen. Über unsere nahe Fernbeziehung oder ferne Nahbeziehung zu den Wienern amüsierte Annemarie Moser.

Beidseitige Literatur hatte an diesem Platz Platz. Die Künstler dort, wo sie hingehören, in der Mitte, vorne das Publikum, hinter den Künstlern, die aus Gemeindebau - Fenstern leise zuhörenden Menschen.

Was dann noch kam, war gut, besser und noch besser. Die Darstellerinnen der Comedienbande Wiener Neustadt waren Dagmar Leitner, Christiane Hrdinka, Sophie Gutstein und Elena Flor.

Gewohnt gut, aber nie genug bekommend von den sehr feinen Stimm- und Gitarrentönen des Lukacz Custos 

 

Die letzte Station war der Innenhof des Stadttheaters, wo der „clubpoesie“ sein jährliches Sommerfest mit fantastischen Texten interpretierte. Auf Papierschreiben, auf Papier draufstehen. Können Worte bewegen? Wo Sommerfest drauf steht, ist Sommer drinnen. Gelesen und gelebt am 6. Juni.

Bei diesjährigem Sommerfest ehrte man Leonhard Cohen. Maximilian Huber erzählte als wäre er dabei gewesen. Also toll.

Die Kultourfahrten gehen nun einmal in Pause. Mit Cohen zu schreiben: „So long ….

 

Fotoausstellung Wiener Neustadt 1939

Kunst im Senat Wiener Neustadt 1939Bei dieser Ausstellung haben auch die Ohren Augen gemacht. Die Bilder dieser wirklich gelungenen Ausstellung vermitteln Idylle, Geborgenheit, und Ruhe. Leider einer jenen Ruhe, die vor Stürmen kommen. Sie unterscheidet sich fototechnisch jedoch kaum bis nicht von harmlosen Ruhen. Kurze Zeit später war Schluss mit Ruhe. Mit allen Arten von Ruhe. 

 

Zur Beginn dieser Bilderausstellung führte der Historiker Dr. Michael Rosecker die Besucher zurück, weit zurück in der Stadtgeschichte. Er zitierte den Verfasser von Schauerromanen Aloys Joseph Gleich, der sich in einem Werk über die Provinzialität von Wiener Neustadt abfällig äußerte und meinte, „dass es schwer werden würde, Neuerungen einzuführen!“ Wie geschrieben, ein Autor von Schauerromanen. Rosecker belegte mit Zahlen, Daten und Falten in eindrucksvoller Art und Weise, dass vielmehr das Gegenteil höchsten Wahrheitsgehalt hatte. Er legte Zahlen über Arbeitskräfte, Bevölkerungsentwicklungen oder Anzahl der Fabriken vor, interpretierte sie und spannte den historischen Bogen vom 19. ins 20 Jahrhundert. Die Zeit der Wirtschaftskrise in den 30ern, die Beseitigung der Demokratie, der Anschluss als endgültiger Schluss von Freiheit, all das nahmen die Zuhörer auf. Nicht neu, aber immer wieder betroffen machend.

Bürgermeister Bernhard Müller erläuterte in seinen Worten auch die bevölkerungstechnische Stadtentwicklung. Und auch seinen Ausführungen war es nicht möglich, die menschenunwürdigen Zustände wie Arbeitslager und Verbrechen an der Menschheit unerwähnt zu lassen. Wie auch? Damals lag sehr großer Schatten über Land und Stadt. Viel Schatten, wenig Licht, aber bei viel Schatten freut man sich über kleinste Lichter. Denn es müssen welche gewesen sein. Bürgermeister Müller erzählte über eines dieser Lichter im Finsteren.
Müller: „Zwangsarbeiter aus Frankreich, die ihren unmenschlichen Dienst in Wiener Neustadt abzuleisten hatten, kamen in den 60ern- und 70ern Jahren nach Wiener Neustadt zu Besuch. Sie besuchten Friedhöfe und die Plätze, wo ihre ehemaligen Zwangslager waren.  Auf die Frage, warum sie wieder an die Stellen der Schrecken zurückkommen, sagten alle gleichsam, dass die Wiener Neustädter Bevölkerung mehr als anständig zu ihnen war, sie mit Essen und anderen verbotenen Hilfen unterstützte. So etwas vergisst man nie“, so Bernhard. Müller.

 

In der an- und abschließenden Runde durch die Ausstellung gab es sehr, sehr viele „das gibt es doch nicht, das ist doch der Hauptplatz“ und „mein Gott, so hat es früher ausgesehen, das glaube ich nicht“.
Gäste bei der Eröffnung waren u.a. Stadtrat Mayrhofer, Gemeinderäte, der Magistratsdirektor und viele, viele mehr.            


Linie K - Kulturlinie - Kultur in Bewegung

del Kulturlinie 2 20140606 DSCF71281Auf einer Linie mit Kultur. Auf Kultur abfahren. Voll abgefahren auf Kultur. Mit dem Bus abfahren, ist neuerdings eines. Alles unter einem Hut, pardon, Bus.

Kultur ist bereits Bewegung. Kunst und Kultur bewegen Gemüter und Geister, Herzen und Seelen. Mit der neuen Kulturlinie gibt es nun eine neue Bewegung in der Kunstbewegung in Wiener Neustadt.Am 30. Mai startete vom Hauptplatz der Literaturbus seine Jungfernfahrt durch Wiener Neustadt. Die Busstationen waren die Gymelsdorfer Vorstadt (Parkplatz der Firma Bösendorfer), die Josefstadt (Burger King), Heideansiedlung (GH Kozel) und Civitas Nova (Aviaticum).

Die geografischen Stationen waren nahe. Die inhaltlichen Stationen gingen nahe. Die Literaten des „clubpoesie“ lasen nicht nur, trugen nicht nur vor, sie ließen die Besucher als persönliche Gäste an ihren Gedanken und Worten teilhaben, es entstand Nähe. Zwischen Künstlern und Zuhöreren gab es ein unsichtbares Band -durch Gedanken und Gefühle gesponnen.
Es offerierten Gefühle: Thomas Kodnar, Julia Schwarzer, Günter Schmidhofer, Horst Hahn, Maximilian HuberT Hutfless, und Roland Köhler.
Schriftstellerin Dagmar Fenninger-Bucher las aus einem Roman. Aus einer Seele. Aus der Seele von Mischa. Keine Alltagsgeschichte, aber leider eine alltägliche. Migranten-Schicksale bewegen. Kinder-Migranten-Schicksale schmerzen.
Musik und Gesang kamen von Lukacz Custos. Passender geht gar nicht!

Resümee dieser literarischen Rundfahrt: Selten so gehört.
Am 6. Juni findet die Fortsetzung statt. Um 16:30 Uhr ist Abfahrt am Hauptplatz, es geht mit dem Bus ins Zehnerviertel, ins Ungarviertel, ins Flugfeld und wieder in die Innere Stadt. (20 Uhr Sommerfest des clubpoesie im Innenhof des Stadttheaters).
Die künstlerischen „Reise – Darbieter“ werden sein: Wiener Neustädter Comedienbande, Annemarie Moser und Katja Hendling.
Lukacz Custos kann wieder gehört werden.

 

Planung oder Zufall?

DSC04027

Unter dem Motto "Planung oder Zufall?" begab sich Prof. DI Erwin Reidinger am 18. Mai auf Spurensuche zu den Wurzeln der "Nova Civitas". Bei der bis zum letzten "Platz" ausverkauften Führung ließ sich das historisch interessierte Publikum auch durch das anfangs schlechte Wetter nicht aufhalten. Der Sparziergang nahm seinen Ausgang im Stadtmuseum, wo Prof. Reidinger anhand des Stadtmodell die Grundzüge der Stadtplanung erläuterte. Danach führte der Weg durch die Petersgasse zum Reckturm und weiter über die Schreyergasse zum BORG, wo einst das Fischauer Tor stand. Durch die Beethovengasse folgte die Gruppe der Stadtmauer und weiter vorbei an der Kapuzinerkirche in die Lederergasse, wo die Konstruktion des früheren Stadtgrabens mit Hilfe einer Zeichnung erläutert wurde. Die nächste Station des Spazierganges bildete der Hauptplatz, wo Prof. Reidinger vom Gründungspunkt ausgehend die Konstruktion der Stadt erklärte. Den Höhepunkt und Abschluss der Führung bildete der Wiener Neustädter Dom. Hier führte Prof. Reidinger den Beweis, dass die Gründung der Stadt auf das Jahr 1192 zurückgeht. Die Ausrichtung des Domes erfolgte nach dem Sonnenstand zu Pfingsten 1192. Am 14. September 2014 gibt es um 15.00 Uhr noch einmal eine Chance, sich die Stadtgründung zu "erwandern": Dann stellt Prof. Reidinger wieder die Frage "Planung oder Zufall"?