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KURZweiligkeit bei LANGENacht der Museen

 

KURZweiligkeit bei LANGENacht der Museen

„Und wenn endlich der Applaus kommt, Ist schon lang nicht mehr Tag und Nacht!
Was ist oben, was ist unten – wer bin ich – wer hat mich ausgedacht?
Und hernach dann in der Gard'robe hab' ich längst den sich'ren Beweis
Dass ich selbst das Karussel bin, weil ich mich ewig drehe im Kreis!“, singt Michael Heltau genial, passend, dass einem die Gänsehaut aufläuft.

Diese Gedanken kommen im Wiener Neustädter Theater immer wieder. Die tapezierten Wände flüstern, der Teppich sagt ein, der Luster hat schon viel gesehen, die Sitze schon viele Rücken gestützt. Das ist Theater, wie es lebt, das ist Theater, wie es dem Leben Abwechslung einflößt.

In den Wiener Neustädter Museen wurde die Nacht zum Tag gemacht. Auf Kultur gemacht, Freiräume entfacht. Sinniert und gelacht. Im Stadttheater fand zum Thema „Lange Nacht der Museen“ eine mehr als interessante Ausstellung statt.

Kulturstadträtin Mag.a Isabella Siedl erinnerte in ihrer Replik an die Bedeutung des Stadttheaters seit Anbeginn. Nannte die Großen und Größen, die an dieser Stätte, auf diesen Brettern wirkten und brillierten. Das reicht von Raoul Aslan über Attila Hörbiger und Curd Jürgens, der auch bei der Eröffnung im Jahr 1948 spielte, bis hin zum echten Neustädter Karl Merkatz.

Kulturchef Mag. Michael Wilczek wurde in seinen Ausführungen noch detaillierter und erzählte von kleinen und größeren Erfolgen des Hauses und kleinen und größeren Missgeschicken handelnder Personen aus der Vergangenheit, dass zum Beispiel früher die Direktoren das Theater von der Stadt anmieten mussten und für alle Infrastrukturkosten die Direktion selbst aufkommen musste. Die Kartenpreise wurden aber durch die Stadt festgesetzt. Also Null Spielraum für einen Impresario. Manchmal blieben nur Schulden.

Bürgermeister Bernhard Müller führte die kultur- und gesellschaftspolitischen Aspekte recht deutlich an. Dass es an weisen Nachkriegspolitikern war, nicht nur an der Versorgung mit Lebensmitteln zu arbeiten, also nicht nur für Leib, sondern auch an der Versorgung für Seele. Das implizierte, Leben mit Kunst und Kultur zu „versorgen.“

„Bürgermeister Wehrl war es bewusst, dass nicht nur Essen und ein Dach über dem Kopf wichtig für ein Dasein sind, auch die kulturellen Interessen gilt es zu befriedigen“, sagte Müller. Der Stadtchef verwies auch auf die Programme im Stadtmuseum sowie im Industrieviertelmuseum und lud die Gäste des Stadttheaters ein, auch diesen Attraktionen im Rahmen der langen Nacht ihre Aufmerksamkeit durch Anwesenheit zu schenken.

Eine lange Nacht, die durch Kunst und Kultur zu einer kurzen wurde.